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Shownotes

Profil des TLM-Direktors Jochen Fasco: https://www.tlm.de/direktor-fasco

JIM-/ KIM- und SIM-Studien: https://mpfs.de/studien/

Informationen zum Digital Services Act: https://germany.representation.ec.europa.eu/digital-services-act-dsa-eu-regeln-fur-digitale-plattformen-schutz-der-meinungsfreiheit-und-von_de

Medienbildungsaktivitäten der TLM: https://www.tlm.de/medienbildung/tmbz

Medienkompetenzaktivitäten der Landesmedienanstalten: https://www.die-medienanstalten.de/medienkompetenz/

Download Broschüre „Medienkompetenz stärken“: https://www.tlm.de/assets/uploads/general/Aktuelles/Publikationen/Medienbildung/Broschueren/TLMMedienkompetenzbroschuere250623.pdf

Download Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten „#FollowMe!? Social Media, Influencing und Verantwortung“: https://www.tlm.de/assets/uploads/general/Medienbildung/Netzwerkarbeit/2026JMBWeb.pdf

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Intro

Sprecher:

„Bits und Bratwurst. Dein Upgrade für Thüringen mit Steffen Schütz und Milen Starke.“

Gespräch

Milen Starke:

„Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von unserem Podcast Bits und Bratwurst. Wir sprechen hier regelmäßig über die Digitalisierung in Thüringen. Verständlich, ehrlich und mit einem klaren Blick auf die Themen, die uns alle betreffen. Mein Name ist Milen Starke und ich bin Thüringens Staatssekretärin für Digitales. Und heute geht es um ein Thema, das uns eigentlich alle im Alltag begleitet. Ob privat, beruflich oder auch politisch, nämlich Social Media und dort ganz speziell das Thema Sicherheit im Netz. Und ich freue mich sehr, dass ich heute einen sehr kompetenten Gast an meiner Seite habe. Jochen Fasco, der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt. Herzlich willkommen in unserem Podcast.“

Jochen Fasco:

„Hallo Milen, hallo.“

Milen Starke:

„Schön, dass du bei uns bist und du wirst gleich noch ein bisschen was zu dir erzählen, was denn überhaupt ein Direktor einer Landesmedienanstalt macht. Wir gucken aber tatsächlich auch noch mal kurz in die letzte Folge. Denn wie Sie alle wissen, sind wir dabei, unser kleines Phrasenschwein zu füllen. Und mit jedem Wort, was wir hier in diesem Podcast in Englisch aussprechen, kommen fünf Euro in unser Phrasenschwein und wir haben tatsächlich bei der letzten Folge unglaubliche 25 Anglizismen gehabt. 125 Euro gehen in unser Sparschwein was wir dann am Ende unserer Podcastreihe dann auch an einen guten Zweck schenken werden. Also, das heißt, lieber Jochen, wenn du heute Englisch sprichst, dann geht das alles zu einem guten Zweck.“

Jochen Fasco:

„Ein kleiner Widerspruch. Du hast jetzt schon 130, weil du hast Social Media gesagt.“

Milen Starke:

„Ja, es ist schlimm. Wir hatten letztes Mal Smart City war genau das Gleiche. Das ist halt das Problem“

Jochen Fasco:

„Oder CIO oder wie auch immer.“

Milen Starke:

„Sehr schön. Kleine Frage zum Einstieg an dich. Was machst du? Was ist ein Direktor der Landesmedienanstalt.“

Jochen Fasco:

„Wir sind eine Behörde, die nicht in dieser normalen Behördenstruktur ist, weil man aus den Zeiten der Nazis und jetzt aktuell auch der Diktaturen weiß: Wenn man wirklich die Menschen manipulieren will, dann geht man erstens auf das Justizsystem, dann muss man die Sicherheitsleute haben, also die Bundeswehr. Aber man muss allererst mal die Leute dazu bringen, ruhig zu sein, vielleicht auch was Falsches zu denken, so manipuliert zu werden. Also die Medien, und deswegen die Medien werden staatsfern, natürlich arbeiten sie staatsfern und unabhängig, aber sie werden auch staatsfern beaufsichtigt. Ich beaufsichtige die Medien, wir lizensieren sie, die privaten Medien, die Öffentlich-Rechtlichen haben mit uns nichts zu tun. Wir arbeiten mit ihnen zusammen, aber eher die privaten Medien. Aber mein Job ist vor allem Lizensierung, Aufsicht. Und da ist mittlerweile, ich weiß nicht achtzig bis neunzig Prozent die Online-Aufsicht großen Plattformen, Pornokram, Schweinkram, wie gesagt, aber auch das Nazi-Zeug im Netz und das andere, diese eine Welt ist quasi diese repressive Lizenzen, Aufsicht, Bußgeld bis eine halbe Million. Und die andere ist die Bildung. Was lernen wir aus dieser schwierigeren Welt, wo wir auch wirklich manchmal kämpfen. Und es geht auch dann bis zu den Gerichten. Und wie können wir dann dieses Gelernte umsetzen? In Bildung für junge Menschen, für Eltern, für ältere Menschen? Was können wir tun? Und da bin ich übrigens auch Beauftragter für dieses Thema Medienkompetenz bundesweit für alle Landesmedienanstalten.“

Milen Starke:

„Und warum dieses Thema auch so wichtig ist und warum wir uns heute auch damit beschäftigen, ist. Ich habe mir auch mal ein paar Studien angeschaut. Es gibt ja diese JIM-Studie (Jugend, Information Medien) und da steht ganz klar drin, dass über 92 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs bis 18 Jahren online sind und tatsächlich am Tag über 200 Minuten am Handy sind und tatsächlich auch im Social Media unterwegs sind und da vielleicht auch so den den Sprung zu diesem Thema Social Media. Wie ist dein Verhalten aktuell? Kannst du das Handy noch weglegen am Tag?“

Jochen Fasco:

„Ich war mal drei Wochen an der Nordsee und habe mir dieses Detox, wie es heißt, versucht, ein bisschen verschrieben. Hat aber dann auch gemerkt, weil ich meinen Freunden und meinen Lieben zu Hause usw. auch so ein bisschen mitteilen wollte, was ich so den Tag über mache. Dann habe ich mir so eine neue App angelacht und habe ein paar Bilder abends eingestellt, ein bisschen was reingeschrieben. Also so ganz geht es nicht. Und ich muss auch sagen, Milen, wenn ich ehrlich bin und bin auch bei diesen Thema, wenn man dann die jüngeren Leute betrachtet. Für uns ist es doch mittlerweile so ein Handy oder ein Smartphone, das sind Telefone, ein Fotoapparat, ein Fotoalbum, ein Briefkasten, eine Stereoanlage. Wenn man für die alten Leute denkt, das ist ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielebox wenn man wieder so die älteren. Es ist eine Zeitung, es ist ein Einkaufskorb. Es ist ein Kursbuch der Bahn. Es ist, es ist, es ist. Es ist Wahnsinn. Und deswegen kann man nur bedingt, wenn man die Leute oder wen auch immer oder uns vielleicht heute betrachtet, kritisieren und sagen „Leg das Ding mal weg.“. Wer weiß, vielleicht hört ja gerade der junge Mann einen Podcast über Immanuel Kant. Also so ein bisschen ist es auch, denke ich, differenziert zu betrachten.“

Milen Starke:

„Das heißt, die Verteufelung von Social Media würdest du nicht unterschreiben?“

Jochen Fasco:

„Auf keinen Fall. Also ich finde Social Media und man muss immer aufpassen. Das sind neue Entwicklungen. Da lässt sich auch die Zeit nicht zurückdrehen. Ich bin sicher, wir werden, da werden wir vielleicht auch heute noch drüber reden über die Schwierigkeiten. Aber wir haben natürlich auch wahnsinnig tolle Möglichkeiten, die Vernetzung. Wenn ich, wie gesagt, wie ich jetzt in meinem Urlaub oder wenn man, wenn junge Leute manchmal gehen ja so in der Schulzeit oder auch danach dann auseinander, die halten Kontakt, wie wenn sie noch nebeneinander wohnen würden. Wenn man, wenn man merkt, wie auch die Eltern, die Großeltern mit ihren Liebsten mittlerweile im Kontakt bleiben können. Früher haben die vielleicht einmal im Monat angerufen, also nur als ein Beispiel. Und natürlich gerade Du bist ja Politikerin jetzt. Ich finde auch politische Kommunikation muss man ein bisschen aufpassen, wenn es Desinformation wird. Aber erst mal die Kommunikation und die Teilhabe, das wird noch, da glaube ich, sowieso noch viel Fahrt aufnehmen ist auch viel einfacher. Viele Leute arbeiten hart und gehen abends heim und können eben nicht zu irgendwelchen Versammlungen gehen in ihrem Dorfgemeinschaftshaus. Aber sie können natürlich auf anderem Weg zum Beispiel über Social Media sich auch informieren, aber vor allem auch und immer mehr hoffe ich auch teilhaben.“

Milen Starke:

„Ja, das ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sowohl das Smartphone an sich, aber tatsächlich auch Anwendungen im Social Media Bereich. Nichtsdestotrotz müssen wir natürlich auch über den Elephant in the Room sprechen. Das ist aber jetzt. Das wird aber hoffentlich nur einmal gezählt. Ja, das, was ja auch aktuell sehr stark durch die Presse geht, müssen wir die Social Media Nutzung vor allen Dingen auch für die jüngere Generation reglementieren. Weil wir haben natürlich auch sehr viele Risiken und Herausforderungen, die mit der Nutzung von Social Media einhergehen. Auch hier komme ich jetzt wieder mit ein paar Zahlen. In der JIM-Studie steht klar, dass bis zu sechzig Prozent monatlich der Jugendlichen, die sozusagen Social Media nutzen, mit Fake News sozusagen zu tun haben, mit Beleidigungen zu tun haben oder sogar bis zu Hatespeech und natürlich auch sexualisierte Gewalt im Internet. Und das sind natürlich sehr besorgniserregende Zahlen. 60 Prozent, also über jede zweite sozusagen, hat damit monatlich zu tun. Und das sind natürlich Sachen, über die wir sprechen müssen und da so ein bisschen. Wo stehst du als Jochen Fasco, wo steht die Landesmedienanstalt in diesem Punkt?“

Jochen Fasco:

„Danke für die Frage. Übrigens habe ich vorhin schon sagen wollen diese JIM-Studie, also Jugend in den Medien, wird gemacht, von den Landesmedienanstalten befreundet und Medienanstalten zusammen mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist ein Kooperationsprojekt ist ein Goldstandard mittlerweile, wenn man sehen will, wie junge Menschen. Wir haben auch noch eine SIM-Studie (Senioren in den Medien) und eine KIM-Studie (Kinder in den Medien). Wenn man sehen will, wie sich da was verändert, aber zurück? Das hat mir meine KI auch gesagt. Klasse, sehr schön. Vielleicht will es der eine oder andere der Hörerinnen und Hörer ja damit auch ein bisschen intensiver sich beschäftigen. Und dann auch gerne bei uns oder an den normalen Stellen auch dann finden. Aber zurück. Ich bin echt dankbar für die Debatte mit dem, ob es jetzt Social Media Verbot oder vielleicht auch eine. Ja, man kann natürlich auch sagen eine Altersbeschränkung als Debatte, weil Verbot ist immer so eine schwierige Begriff. Aber wir werden, glaube ich, mit dieser Thematik jetzt seit einem halben Jahr ungefähr. Australien hat es ja angefangen. Vor allem werden wir ganz intensiv dazu gebracht, nachzudenken was ist gut, was ist schlecht, Was machen wir selbst vielleicht falsch? Was können wir? Was könnt ihr als Politik? Was können wir als Medienanstalten, wir als Gesellschaft alle? Wir als Menschen, Eltern aber auch vielleicht ganz normal im Vorbild? Und wenn wir nur in der Bahn sitzen, was können wir anders tun? Und ich muss ehrlich sagen, ein bisschen muss man es vom Ende denken, weil Verbote haben auch das Problem, dass sie sehr schnell oder wie auch immer es dauert auch seinen Weg aber ausgesprochen sind, wissen wir selbst aus ganz normalen auch Erziehungszeiten, aber viel, viel schwerer umzusetzen sind. Und am Ende? Ein umgangenes Verbot bringt uns nichts. Und deswegen, glaube ich, muss man erst mal schauen was ist eigentlich das Problem? Du hast es zu Recht gesagt Wir haben das Suchtproblem. Man kann dieses Ding nicht aus der Hand nehmen. Man wird ja dazu gebracht, immer weiter zu scrollen. Man hat auch die Werbewirtschaft, nutzt es ja und hat damit quasi ein richtig tolles Ding, um genau dir oder mir oder wem auch immer genau das, was wir immer so suchen, auch zuzuwerfen. Wir haben das Cyber-Grooming-, Cyber-Mobbing-Problem, Wir haben Desinformation, Demokratiegefährdung, haben auch viele positive Sachen, haben wir eben gesagt. Und ich glaube, wer ist eigentlich die erste Frage Wer hat Schuld? Wer ist der Verursacher? Dass sie nicht die Eltern. Vielleicht auch ein bisschen komme ich zu. Das sind vor allem die Plattformen, die sich bisher auch einen schlanken Fuß machen, die über das Haftungsprivileg, das sie aus Amerika haben, das wir auch in Europa übernommen haben, eigentlich sagen Ja, wir sind da nur der Überbringer der Botschaft, wir sind noch gar nicht so, wir sind wie die Post, die so ein Postkasten einen Brief wirft. Nein, es ist mittlerweile so, dass die Plattformen hier eine ganz große Eigenverantwortung haben. Die müssen wir noch mehr in die Pflicht nehmen. Komme ich zu. Und wir müssen natürlich auch uns klarmachen, dass wir als Eltern oft das größte Problem sind, weil unsere Kinder genau merken, wie wir mit diesen Geräten umgehen und wie sehr die uns auch einnehmen. Und das Dritte ist natürlich Wir müssen, wenn wir Gesetze haben, sie auch wirklich umsetzen. Und wir haben zum Beispiel mit dem Digital Services Act will jetzt nicht zu kompliziert werden, aber wir haben ein Gesetz auf EU-Ebene. Das gilt übrigens, es wurde verabschiedet, es ist ein Act. Es gilt sofort in ganz Europa. Und wenn ich natürlich am Ende und das werfen wir auch als Medienanstalten Europa vor, wir arbeiten mit denen echt eng zusammen mit der Kommission, geben denen immer ganz viele Fälle, weil die müssen systemisch beweisen können, dass X oder Meta oder wie auch immer da richtig ihre Fehler machen. Und da helfen wir ihnen. Aber wenn die am Schluss diese Verfahren nicht durchhalten oder wenn am Ende Ich will es nicht beschreien, aber weil Herr Trump oder wer auch immer mit den Augen rollt oder schlimmer und die Plattform sich hinter ihm verstecken. Wenn wir in Europa ewig brauchen, um Entscheidungen zu treffen, die haben den DSA und sie könnten vieles verlangen und sie machen es nicht, weil sie vielleicht sagen Oh Gott, jetzt kommt wieder der höhere Zoll oder er gibt uns keine Waffen mehr oder wie auch immer, dann ist das System nicht in Ordnung. Deswegen übrigens hat man auch staatsferne Strukturen wie uns erfunden. Wir wägen nicht ab, sondern wir sind am Ende nur im Interesse von uns Bürgerinnen und Bürger und vor allem der Jugend tätig. Und deswegen? Plattformen müssen ganz stark in die, in die an die Kandare genommen werden. Und wir müssen natürlich klug handeln. Und am Ende habe ich ein bisschen Sorge. Ich weiß nicht, wie deine Position ist, aber natürlich entsteht so eine Erwartungshaltung von vielen Bürgerinnen und Bürgern. Macht doch mal endlich was. Macht mal schnell was, schnell geht immer, Ist meistens doof. Deswegen bin ich ganz froh, dass wir bei diesem Thema die Plattform in den Blick nehmen und selbst in den Blick nehmen, aber auch sagen, wo Schwächen sind. Und unter anderem finde ich persönlich haben wir erst mal die Sachlage. Leopoldina hat also ein großes Gutachten gemacht. Gerade die Tage hat eine Arbeitsgruppe arbeiten viele gute Bekannte von mir mit in dieser Arbeitsgruppe von Frau Prien im Bundesfamilienministerium hat einen Zwischenbericht gemacht. Die haben noch nicht. Die wollten eigentlich im Herbst. Jetzt müssen sie halt vor der Pause vor der Sommerpause was abliefern. Da haben wir jetzt erst mal gesagt Wie ist der Stand und den zu lesen. Das macht einem noch mal ganz schön betroffen, weil man sieht plötzlich, es gibt schon ganz viele gesetzliche Regelungen bis hin zu Verboten. Und wir müssen aktiv werden. Wir sind mittlerweile der Meinung, wenn am Ende Europa nicht handelt, so ist auch die Haltung der Landesmedienanstalten, dann muss es möglich sein, in einem. Wir haben nämlich diese Zuständigkeit übrigens weggegeben, wir haben die eigentlich gar nicht mehr in Europa, bei den nationalen Staaten. Dann muss man, wenn die das nicht machen, dann muss automatisiert ein Gesetz in Kraft treten, dass die verpflichtet werden, diese Plattform zur Altersverifikation, damit man nicht bloß reinschreibt Du willst Tiktok benutzen und musst aber 13 sein. Und wenn einer angibt Ja, ich bin 13, ist aber neun. Ja, was ist denn da? Also es muss ganz so also ich glaube, die müssen noch ganz schön an die Kandare genommen werden. Und wir können auch als Politik oder als Gesellschaft noch einiges tun.“

Milen Starke:

„Bin ich tatsächlich total bei dir? Weil das Thema ist es ja. Es geht eigentlich immer wieder um das Thema Durchsetzbarkeit. Das heißt auf der einen Seite Durchsetzbarkeit gegenüber den Plattformanbietern, aber auf der anderen Seite tatsächlich auch dann Durchsetzbarkeit gegenüber der Gesellschaft, tatsächlich auch wirklich die jungen Menschen und dann die Eltern in die Pflicht zu nehmen, eben nicht Altersverifikation oder ähnliches zu übergehen. Und an der Stelle meine Frage an dich. Weil das ist ja auch das, was gerade sehr stark diskutiert wird. Verbot versus ich sage mal Verantwortungsnahme der Plattform. So wie ich dich verstanden habe, dass du eher sagen, die Plattformen müssen sozusagen in die Verantwortung genommen werden und dann sind wir ja tatsächlich auch zum Teil schon beim Digital Service Act oder eben auch bei neuen gesetzlichen Grundlagen. Wenn wir jetzt nach Australien schauen, sehen wir durchaus, dass diese Thematik des Verbotes aber tatsächlich auch schon sehr positiv ist. Also wenn mal angucken. Ich glaube, es sind so um die sechs oder sieben Millionen Social Media Accounts, die tatsächlich schon geschlossen werden konnten in den letzten Monaten, eben durch ein entsprechendes Verbot der Nutzung von Menschen unter sechzehn Jahre. Das heißt, wir sehen auf der einen Seite, dass ein Verbot, wenn wir jetzt ganz klassisch uns die Fakten angucken, durchaus positiv bewertet werden kann, wenn wir nach Australien gucken. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch, dass wir gesetzliche Regelungen ja eben schon haben, wie du es ja gerade gesagt hast, wir aber gar nicht in der Lage sind, die Durchsetzbarkeit entsprechend sicherzustellen. Das heißt, sind wir dann nicht eigentlich tatsächlich direkt schon bei der letzten Lösung Verbot angekommen?“

Jochen Fasco:

„Ja, das ist ein Dilemma. Du tust mir auch ein bisschen leid. Als Politikerin hast du. ihn? Nein. Aber du hast. Natürlich, wenn du ihn. Keine Ahnung. Versammlung gehst, wo Eltern sitzen und die rufen: Macht mal endlich was! In der Schule, In der fünften, in der ersten Klasse schon rufen die anderen und wollen unbedingt. Irgendwie. Die haben doch alle jetzt ein Handy. Ich will ein Handy haben, Mama. Usw. Dann wirst du da eine Antwort geben müssen. Und dann sagen auch viele und viele nehmen das auch erst mal so als bare Münze. Australien ist glaube ich um die fünf Millionen, die gelöscht worden sind, übrigens schon wieder ganz viele neue dazugekommen und ich will es gar nicht schlechtreden. Ja genau. Und mit VPN und anderem drängen die ja quasi auch die, die man gerade draußen haben will, über Tricks dann wieder rein. Und gerade junge Menschen sind technisch versiert. Also man muss sich klar machen, ein Verbot ist so eine halbgute Sache. Und wir haben ja zum Beispiel bei dem echt schwierigen Thema Rauschgift, also mit Haschisch, gemerkt, dass am Ende eine Gesellschaft kapituliert, weil sie gesagt hat, es bringt ja nichts, aber ich will es gar nicht so in diese Ecke schieben. Ich will nur deutlich machen Wenn wir am Ende ein Verbot haben wollen, dann braucht es als letztes Mittel. Dann braucht es wirklich das Ausschöpfen der Dinge davor. Das heißt Plattformen in die Pflicht nehmen? Ganz klar viel mehr Information und Medienbildung auch in die Schulen an die Eltern heranführen, den Kindern und Jugendlichen auch klarmachen, wie wir es in anderen Bereichen ja auch machen. Was das, Wie das funktioniert? Warum höre ich nicht mehr auf? Warum bin ich so geflasht von diesen ganzen Apps? Warum bin ich bei Tiktok nahezu drei Stunden dran, obwohl ich nur eine Viertelstunde rein wollte? Weil diese Systematik gigantisch ist? Weil die es schaffen? Uns auch. Mich auch. Dich auch jeden mit unseren Interessen abzuholen. Ich habe mal nur eine kleine Geschichte. Am Anfang, als ich in Tiktok war, ist schon Jahre her, habe ich zu meiner Verwunderung gemerkt ich bin. Meine Frau jammert darüber, bin echt handwerklich völlig unbegabt und ich habe mich wiedergefunden, dass ich manchmal eine viertel halbe Dreiviertelstunde irgendwelche Handwerker zugeguckt habe, wie die eine Mauer hochgezogen. Unglaublich, wo ich dann merkte, das Gerät. Also es war für mich entspannend.“

Milen Starke:

„ASMR ist es bei mir.“

Jochen Fasco:

„Genauso und ich habe gemerkt, die kennen mich besser, als ich mich kenne. Und das muss einem klar werden, auch als junger Mensch. Den Eltern auch. Diese Geräte sind nicht geschaffen worden, diese Software, um uns am Ende zu dienen, sondern um uns erst mal, natürlich wollen die schon auch ein bisschen was Gutes, aber erst mal geht es um Zeit. Sie wollen unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit. Sie wollen, dass wir dann am Schluss Werbung gucken, diese Dinge kaufen. Sie wollen uns auch verstehen und ausrechnen. Mittlerweile mit KI wird das nicht so sein, dass wir gläsern sind, sondern unsere DNA wird gläsern. Und wenn ich das weiß, dann kann ich natürlich auch sagen Ihr müsst als Plattform, ihr müsst diese Dinge ausschalten. Es muss Schutz geben für Menschen, junge Menschen vor diesen manipulativen Algorithmen. Wir müssen natürlich auch eine Altersverifikation einführen, die das Wort verdient. Oder es gibt auch Altersschätzungen. Ich bin in der bundesweiten Kommission für Jugendmedienschutz. Die ist Aufsicht über diese Onlinewelt, auch auch vor allem Fernsehen. Aber das ist, wie gesagt, mittlerweile fast vernachlässigenswert. Das haben wir bestimmt schon, ich weiß nicht, fünfzig Altersverifikationssysteme zugelassen, unter anderem für Lotto.de oder so, weil die natürlich auch nicht wollen, dass da Kinder Lotto spielen. Es gibt diese ganzen Geschichten schon. Sie werden nicht oder nicht ausreichend genutzt. Und das sind nur einige Beispiele, wo wir sagen, auch wenn ein Handy gekauft werden, weil am Ende kauft dieses Handy ja immer auch ein Elternteil oder die Großeltern. Und wenn so ein Ding gekauft wird, muss Safety by default als Standard ist dann Jugendschutz drauf. Punkt. Und es geht nicht, dass man im Prinzip hilflos als Eltern diese Technik gar nicht einstellen kann. Und diese Dinge sind übrigens teilweise schon längst in DSA drin stehend. Die kann man noch strenger machen, weil das sind Optionen. Und wenn die eben diese Dinge nicht machen, die Plattformen, dann schreiben wir jetzt rein. Sie müssen und das ist der Vorschlag der Medienanstalten. Und ich bin auch der Meinung, das, was wir in Thüringen gut machen, auch sehr viel reingehen in dieses Thema, Medienbildung, auch in Schule, Elternarbeit, auch die älteren Menschen. Das muss man auch intensivieren. Dann wird ein Schuh draus. Und wenn das alles nicht klappt, bin ich der Meinung, kann man mit eher mit einem Verbot oder mit einer Beschränkung arbeiten. Ich vermute aber, das wird dieser Ruf wird in der Wüste eher verhallen. Ich glaube schon, dass ihr als Politik viel stärker. Auch dieses Jahr bis 14 Jahre gibt es nichts und danach sollt ihr fit sein. Da bin ich der Meinung, wenn wir digitale Gesellschaft leben wollen, wenn junge Menschen in eine ich hoffe behütet, beschützt und am Ende natürlich auch geschützt, befähigt und Teilhabemöglichkeiten haben, wenn wir sie so auf und hineinbringen wollen in die digitale Welt, dann müssen wir sie auch sehr früh abholen. Aber beschützt und behütet abholen.“

Milen Starke:

„Bin ich tatsächlich auch bei dir, würde aber einfach noch mal zu bedenken geben, weil du ja jetzt gerade auch gesagt hast, es muss sich was ändern oder es muss vor allen Dingen viel auch Bildung passieren und wir müssen sozusagen die die Plattformanbieter in die Pflicht nehmen und dann auch entsprechend durchsetzen. Wir wissen alle, dass solche EU-Verfahren durchaus jahrelang dauern, bis dann auch wirklich eine Entscheidung auf EU-Ebene getroffen werden kann. Wenn man sich so ein paar Klagen anschaut, die jetzt sozusagen auch gegen die Anbieter schon durchgeführt werden oder wurden, dann stellt sich natürlich trotzdem die Frage wie lange wollen wir denn noch warten? Wie lange wollen wir warten, bis die Plattformanbieter tatsächlich handeln? Und wie viele Opfer von Hatespeech, von Beleidigungen im digitalen Raum können wir denn tatsächlich noch hinnehmen? Und das ist durchaus eine Debatte, die man auch mit betrachten muss, weil am Ende geht es uns ja um Schutz. Es geht uns um Kinder und Jugendschutz im digitalen Raum. Und dann ist halt einfach wirklich die Frage und jetzt mache ich es mal ganz hart. Wie viele Dickpics muss denn ein Mädchen noch geschickt bekommen, bis wir tatsächlich es hinbekommen, dass das eben nicht mehr passiert? Und da kann ich durchaus die Debatte verstehen. Zu sagen ist es dann doch nicht lieber das Verbot, um zu schützen, anstatt darauf zu warten, dass sich rechtlich etwas ändert?“

Jochen Fasco:

„Das verstehe ich gut. Diese diese Haltung, weil sie natürlich wirklich auch aufgreift, was uns die Menschen spiegeln. Ich will mal ein Beispiel aus der nicht ganz so schönen Welt des Medienaufsehers machen. Wir sind seit ich glaube acht Jahren daran, diese Pornhub, Youporn und Co dazu zu bringen, erstens Altersverifikation zu machen, nur noch die Leute reinzulassen, die erwachsen sind usw oder auch wenn sie es nicht machen, eben dann die Konsequenzen tragen zu müssen. Wir haben, wir haben die. Erst haben wir ein Gutachten gemacht, dass wir es überhaupt geht, weil die sitzen ja alle nicht in Deutschland, sitzen in Malta und wo auch immer und das ist echt schwierig. Dann haben wir ein Gutachten gemacht, das hat gedauert, bis mir klar, das wollen auch übrigens die Gerichte oft auch haben. Wir können an die rangehen. Dann haben wir die alle, die haben noch nicht mal geantwortet auf unsere Bescheide. Wir können ja Bescheide machen, die haben sich wahrscheinlich totgelacht, haben weiter Geld für Milliarden verdient. Dann haben wir die Hostprovider, die, die am Ende, die sitzen teilweise in Amsterdam und so, die haben auch nichts gemacht. Und dann sind wir in der dritten Stufe an die an die Telekom und 1&1. Das sind die, die die Zugangsprovider und die haben am Ende gegen uns geklagt, aber in Freundschaft gesagt. Muss mal geklärt werden. Und jetzt haben wir gewonnen. Und in der zweiten Instanz sagt jetzt plötzlich das Gericht Es gibt doch da den DSA. Und eigentlich hat doch National habt ihr gar nichts mehr zu melden. Das muss alles Europa machen. Und wir sagen Das kann doch wohl nicht sein. Also wir sind. Also du siehst, am Ende müssen wir wahrscheinlich ja, wenn wir schnell handeln wollen, überlegen: Machen wir Druck auf Europa oder holen wir uns diese Zuständigkeit wieder zurück? Weil wir wollen am Ende Schutz und Sicherheit und Befähigung. Aber wir dürfen nicht sagen, wir machen jetzt eine Regelung, die am Ende wahrscheinlich dann doch nicht dazu führt, weil verboten sind auch Waffen. Und es werden leider immer noch Menschen verletzt. Wir müssen am Ende eine Gesellschaft schaffen, die diese Dinge sieht, die auch Menschen sensibilisiert und die hoffentlich die, die die Dinge in die Welt setzen. Vielleicht so ein Typ, der so ein Dickpic schickt an eine 13 Jährige im wirklich richtig richtig auf. Ich sage jetzt mal nicht, welches Körperteil haut, um am Ende ihm klar zu machen Das ist kein Spaß.“

Milen Starke:

„Bin ich bei dir. Das finde ich gut und ist auch ein gutes Schlusswort für das Thema, finde ich. Ja, aber kommen wir vielleicht noch mal ein bisschen zur Landesmedienanstalt an sich. Du hast jetzt gerade schon tatsächlich aus aus eurem Themenbereich ein bisschen was berichtet. Wenn du jetzt sozusagen eine Bürgerin oder ein Bürger aus Thüringen erklären müsste, wo trifft man die Landesmedienanstalt an? Also wo hat der Bürger oder die Bürgerin Berührungspunkte mit der Landesmedienanstalt?“

Jochen Fasco:

„Jeden Monat wird Geld abgebucht vom Konto und zwar für den Rundfunkbeitrag.“

Milen Starke:

„Die böse, böse GEZ!“

Jochen Fasco:

„Die gibt es nicht mehr. Die Servicezentrale und diese diese 18 Euro sowas haben mit einem eins Komma acht neun Prozent Anteil, den wir kriegen. Das ist, wenn man es übers Jahr legt, vom erste Januar dieses Geld. Wir kriegen ab dem dritten Weihnachtstag bis Silvester was dafür für unsere Aufsicht, für unsere Zusammenarbeit bundesweit 14 Medienanstalten in 16 Ländern, für unsere internationale Arbeit, aber vor allem für das Thema auch Medienbildung, wo wir vor Ort sind. Wir gehen seit Jahren. Wir sind das erste Land gewesen in Thüringen, das der Medienanstalt gesagt hat: Macht Medienbildung. Mitte der 90er Jahre schon. Wir sind seitdem unterwegs im ganzen Land. Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, dass ein heutiger Elternteil damaliger Schüler oder heutige Schülerinnen und Schüler uns irgendwann mal begegnet hat, Projekte mit uns gemacht hat, ist sehr groß. Und das dritte ist ja, wenn irgendwelche Dinge im Netz nicht funktionieren, wir sind auch ansprechbar. Wir haben eine KI, die bei uns läuft, um ganz viel Schweinkram oder Nazikram oder andere Sachen zu finden, weil wir auch für Jugendschutz im Internet zuständig sind. Und wir nehmen natürlich auch ganz oft Impressumspflichtverletzung ist auch ein Thema. Wir nehmen Hinweise an und damit kann man auch uns jederzeit ansprechen. Und viertens Wir machen sehr, sehr viele Veranstaltungen, gehen in die, in die, in die Fläche. Aber auch in den Städten sind oft auch Aktionswochen. Gerade wir sind jetzt so Anfang Mai, läuft eine ganze Woche lang in vielen, vielen Schulen Aktionswoche gegen Fake News, Desinformation und Verschwörungsmythen. Wir machen zum Beispiel in Ostthüringen oft auch Aktionswochen für Senioren und Seniorinnen, damit sie einfach diese Medienwelt und diese Welt besser verstehen. Also du merkst, es gibt sehr viel. Wir sind aber nur 30/40 Leute haben wirklich ein sehr geringes Budget durch die Staatsferne. Könnt ihr uns auch nicht finanzieren, So einfach, weil wir natürlich nicht abhängig sein dürfen. Aber wir haben. Wir haben Strukturen gefunden, wie wir mit Aktionsplänen zumindest zum Beispiel lokale Medien etwas stützen. Aber wir sind am Ende mit viel Kraft, viel Engagement, viel Spirit und auch für den Glaube. Das eint uns auch für den Kampf für Demokratie bei diesem Thema. Medienbildung landesweit unterwegs.“

Milen Starke:

„Das heißt also, unser Servicebeitrag, den wir monatlich zahlen, kommt eben genau solchen tollen Projekten zugute. Ich glaube, das ist auch noch mal wichtig, dass das mal ins Bewusstsein kommt, dass man sozusagen nicht immer darüber schimpft, was was Schlechtes im Fernsehen läuft auf den öffentlichen Sendern, sondern dass eben auch solche wichtigen Projekte mitfinanziert werden.“

Jochen Fasco:

„Und der hoffentlich auch angepasst wird, weil da wird gerade bei den Ländern so ein bisschen gestritten und eigentlich notwendige kleinere Anpassungen ist jetzt auch wieder auf Eis gelegt. Aber ich will es hier nicht zum Thema machen.“

Milen Starke:

„Alles gut. Aber das ist ja auch ein Thema, womit wir uns als Ministerium beschäftigt haben. Deswegen haben wir dieses Jahr auch ganz klar gesagt, wir wollen auch genau solche Projekte mit unterstützen und finanzieren ja jetzt auch die Fachstelle für Strategische Medienbildung, weil wir eben auch genau sehen, dass es unglaublich notwendig ist, zu bilden, zu informieren, auch zum Beispiel zu erkennen, wann ist denn jetzt wirklich eine Information im Netz war, wann ist es Fake News? Vor allen Dingen, wenn wir auch über Deepfakes sprechen. Da ist ja unglaublich viel, auch gerade in der in der Entstehung. Wir hatten ja selbst schon mal einen Fall in der Landesregierung, wo unser Ministerpräsident im Deepfake sozusagen aufgesessen ist. Und es ist unglaublich schwierig, heutzutage wirklich die Echtheit zu prüfen oder tatsächlich zu verifizieren. Gibt es da gerade auch Themen, die ihr betreut, besonders in diesem Bereich?“

Jochen Fasco:

„Andauernd. Also da kann ich dir auch wirklich keine Hoffnung machen. Es wird noch viel schlimmer werden durch KI und ich habe es ja schon selbst oft genug auch schon seit Jahren erlebt. Durch KI ist das so perfekt. Wenn man Mario Voigt irgendwas sagen lassen will oder nicht, dann wird es im Netz zu finden sein. Und gerade heute Morgen habe ich in den Nachrichten gesehen, dass die italienische Regierungschefin hat ein Foto von ihr oder ein Video von ihr, wo sie in Unterwäsche irgendwo rumsitzt gepostet, um zu sagen Das ist nicht wahr. Also es ist auch unabhängig von diesem ganzen Thema, dass man auch sexuellen Missbrauch, sagen wir mal digital, auch machen kann. Das ist eine furchtbare Sache und ich glaube, wir werden und das ist gerade ein Problem für die ältere Generation. Wir wissen nicht mehr, was stimmt. Übrigens das ist auch ein Thema, das gerade auch aus dem Ausland, auch von von autokratischen Systemen oder Menschen oder Strukturen, die uns wirklich beschädigen wollen, uns auch mit mehr oder weniger verursacht wird. Weil wenn wir nicht mehr wissen, was stimmt, dann können wir auch nicht mehr uns vergewissern, wem wir glauben wollen. Und deswegen müssen wir uns klarmachen Das ist auch kein. Das Thema Digitale Bildung ist nicht so was wie Ähm, ja, das mag ich nicht. Ich lese lieber die Zeitung und bitte ein Buch. Und das ist, wie wenn ich. Keine Ahnung. Anderes Beispiel Ich mag alte Meister, aber nicht diese Videokunst. Aber darum geht es nicht mehr. Ob ich das mag oder nicht mag, wenn ich am Ende digital teilhaben muss in einer digitalen Gesellschaft. Und sie wird kommen durch die Babyboomer, die gehen. Gibt es mehr Apps, gibt es mehr neue Geschichten. Ihr macht da ganz viele tolle Sachen. Ich werde auch als älter werdender Mensch nicht einfacher, sondern ich muss mich in eine komplizierte Welt. Wahrscheinlich gehen Die wird. Da wird ein bisschen geholfen werden durch KI. Aber sie wird echt. Man muss sie erst mal durchdringen und verstehen. Und wenn ich das nicht verstehe, was am Schluss um mich herum geht, dass man mein Geld will, meine Wahlstimme haben. Man will mich verunsichern mit Deepfakes. Man will mich mit Werbung, die, wo ich nicht weiß, ob das jetzt von Hirschhausen ist oder nicht, will man mich quasi auch veräppeln. Und. Und schlimmer. Dann wird es eine furchtbare Welt für viele Leute. Und deswegen ist digitale Bildung nötig. Du hast gefragt Wo machen wir das? Wir sind überall unterwegs. Wir machen. Gerade eben komme ich aus der Landesmedienanstalt. Da waren zwanzig Lehrerinnen und Lehrer, die gerade ein Projekt weiterführen, wo es darum geht, Medienscouts und Schülerinnen und Schüler zu finden, die auf ihre Peergroup, ihre Altersgruppe zugehen und diese Dinge erklären, zum Beispiel Dickpics oder anderem. Und auch, wie man sich melden kann und wie es weitergeht, ist ja jetzt egal. Und wir gehen genauso auch auf die älteren Menschen zu. Wir machen Lehrerfortbildung, Erzieherinnenfortbildung usw. so, dass wir also im breit unterwegs sind. Und gerade ich habe jetzt als Beauftragter für Medienkompetenz der Landesmedienanstalten vor wenigen Wochen auf der Didacta in Köln einen ein Werk, das ich dir gleich geben will, mit meinen Kollegen aus allen Ländern fertig gemacht in den Medienanstalten. Da geht es um das Thema Follow Me und Influencer.“

Milen Starke:

„Danke schön.“

Jochen Fasco:

„Und wie wir am Ende auch gerade junge Menschen, aber übrigens auch politisch gesehen auch manche ältere, wie wir uns immer mehr abwenden von Journalismus und Hinwenden zu Menschen, die wir vielleicht manchmal sogar virtuelle Menschen, die wir glauben zu kennen und zu verstehen und die uns alles erzählen können. Und das müssen junge Menschen, vor allem auch junge, verstehen, dass das natürlich gefährlich ist, wenn so ein, sage ich mal, ein Influencer also, der so über Finanzen redet, mir plötzlich erklären will, wie die Welt funktioniert. Und deswegen Augen auf im Straßenverkehr. Augen auf im digitalen Verkehr und wirklich aufpassen. Und deswegen sind wir da sehr unterwegs und bin auch dankbar für jede Kooperation und dass ihr da. Ich habe gestern war ich bei einer Präsentation einer Studie, einer weltweiten Studie, was im Medienbildungsbereich läuft und gewonnen hat. Ich weiß nicht, ob das ein Tipp, welches Land am besten in diesem Bereich ist?“

Milen Starke:

„Oh…“

Jochen Fasco:

„Gehe mal in Süden, Norden, Westen, Osten.“

Milen Starke:

„Ich würde jetzt tatsächlich Norden sagen und vielleicht Hamburg.“

Jochen Fasco:

„Nein, das ging sogar international. Und du hast recht. Es ist Norden. Finnland ist in diesem Institut als das beste Land, das am meisten macht, angesehen worden und hat. Übrigens habe ich mir mal angeguckt, was waren die Gründe und habe die auf Thüringen gelegt Und haben die gesagt, Ihr müsst viel strategischer rangehen? Ihr alle. Da waren viele Berliner Brandenburger, die hatten solche Augen. Als ich dann von Thüringen erzählt habe, Ihr müsst strategisch rangehen, was haben wir? Wir haben eine Strategie für Medienkompetenz. Ihr müsst ganzheitlich sein, Machen wir auch. Ihr müsst fächerübergreifend in der Schule sein. Wir haben sogar noch ein Fach dazu gekriegt, neben der fächerübergreifenden Medienkunde. Ihr müsst Lehrerausbildung machen. Wir und ihr müsst sichtbar sein. Aktionswochen. Wir machen vieles von dem, was die gesagt haben, was das tolle Finnland macht. Und wir müssen natürlich noch besser werden. Aber wir machen schon sehr, sehr viel. Und ich bin auch froh, dass die Landesregierung dieses Thema und auch ihr als Digitalministerium zum Beispiel diese Fachstelle Strategische Medienbildung jetzt ergänzt, dass wir das viel strategischer und in die Fläche bringen. Bitte hilf mir dabei, dass wir auch die Kommunen überzeugen, weil die müssen langfristig gesehen, wenn man das Thema in die Fläche bringen wollen, noch mehr machen.“

Milen Starke:

„Genau an der Stelle würde ich genau die Frage stellen Was wünschst du dir denn von uns? Also wo sagst du denn, könnte unsere Landesregierung oder auch grundsätzlich die Politik sozusagen noch besser werden und vielleicht wirklich mal in Thüringen geschaut, um sozusagen auch die Chancen, die Social Media bietet, auch zu heben?“

Jochen Fasco:

„Also erst mal braucht es gute und nachhaltige Strukturen. Durch den Rundfunkbeitrag, so klein er auch momentan ist. Er hat sich wirklich, wenn man ihn anschaut, zeitnah zu den Nullerjahren nicht erhöht. Da war er 17,90 Euro, jetzt 18,36 Euro also. Aber wir haben eine sichere Struktur, die auch die Medienanstalten mit Bildungszentren an diversen Standorten in Thüringen hat. Wir haben eine ganze Anzahl von Bürgerradios, die im Gesetz stehen haben. Ihr müsst auch draußen mit den jungen Menschen und Älteren Medienkompetenz machen. Wir haben viele, viele freie Träger, die übrigens aber ganz schön an der an die Schwierigkeiten haben, weil wir mittlerweile, wenn wir fördern oder nicht wir, sondern ihr als Land, dann müssen die 20 Prozent Eigenmittel bringen. Das schaffen die oft nicht. Da müssen wir noch ein bisschen dran arbeiten. Und wir müssen uns klar machen Am Ende müssen die Lehrer fit gemacht werden, müssen die Eltern fit gemacht werden. Und es ist lebenslanges Lernen. Wir sind. Es ist für dich, für mich, für uns alle eine hohe Schuld zu verstehen, wie diese digitale Welt tickt, um sie dann zu nutzen, vielleicht auch ein bisschen vorsichtiger zu sein, damit wir nicht am Ende bei diesem digitalen Menü, nicht am Ende, dass wir am Tisch sitzen und nicht auf dem Tisch liegen.“

Milen Starke:

„Wir haben in unserer letzten Folge zum Thema Smart City auch genau dazu gesprochen, zur digitalen Daseinsvorsorge und vielleicht da auch noch mal für die Hörerinnen und Hörer, die noch nicht die letzte Folge gehört haben. Da ging es nämlich genau darum Wie bekommen wir die digitale Kompetenz auch wirklich in die Gesellschaft? Und gibt es spannende Konzepte, zum Beispiel auch in Jena den ProbierLaden, wo wirklich auch physisch Personen hingehen können und sich sozusagen über ihre digitalen Geräte informieren können oder das nächste Update machen können oder oder oder. Und ich glaube, solche Stellen sind unglaublich notwendig, weil wir müssen es niederschwellig machen.“

Jochen Fasco:

„Richtig! Dorothea Prell war ja die Gesprächspartnerin und die machen tolle Sachen in Jena. Ich habe zum Beispiel in Gera, wir haben als Medienanstalten einen Preis letztens gekriegt. Ich glaube, von der Landesregierung war das gewesen, weil wir seit Jahren einen digitalen Dienstag machen. Wir machen nämlich ganz viel für für ältere Leute und unter anderem. Wir haben da ewig viele einzelne Projekte. Aber eines machen wir mit großem Spaß. Jeden Dienstag können die zu uns kommen. Die Bibliothek macht da mit, weil das ist auch ein geübter Ort und und dort lernen die dann quasi Neues, können Fragen stellen. Also sie bemerken am Ende, wir brauchen Anlaufstellen in Schule. Da könnte man übrigens noch viel mehr die die Eltern fit machen am Nachmittag, in der Schule oder am Abend. Nicht bloß, wenn da einmal im Halbjahr ein Elternabend ist. Schule ist auch geübt und man kann glaube ich, auch eine Kommune, da können die Kirchen mehr machen. Da könnte. Also wir müssen das ganzheitlich denken, in die Fläche denken und müssen hoffen, dass am Ende viele auch Interesse haben und nicht abwehrend sind, sondern Lust. Und ich hoffe auch ja nicht bloß die Notwendigkeit sehen, sich dann fitter zu machen.“

Milen Starke:

„Also ich sehe auch unseren Podcast als eine, als eine Stellschraube dafür, auch einfach solche Themen mal verständlich zu erläutern. Also ich glaube, da haben heute die ein oder anderen bestimmt was mitgenommen.“

Jochen Fasco:

„Ja, ich dachte mir, ich sage ja noch eins, dass du es weißt. Wir sind ja auch Aufsicht über euch und so Podcasts. Ja klar, ist wirklich so eine Frage. Wo darf ein Staat selbst Medien machen? Eine ganz spannende Frage ist ja hier. Ich wollte gerade sagen, man darf natürlich als Staat ist der Staatsferne. Ich habe zum Beispiel Einreiseverbot in Russland, weil wir verboten haben, dass Russia Today als Landesmedienanstalten in den Kanon der Satelliten und Kabelprogramme kommt, weil das ist ein Programm des russischen Staates. Jetzt aber ist es kein. Ihr wollt ja nicht manipulieren, Ihr wollt auch nicht desinformieren. Vielleicht die auch nicht, aber wir haben so ein bisschen Probleme mit gehabt. Aber egal. Aber ihr dürft natürlich nicht ein Medium machen, Ein Unterhaltungsmedium. Ihr müsst. Und das hast du zu Recht gesagt. Ihr müsst informieren, Ihr müsst und macht es ja dann auch über so ein neues Medium und müsst aber auch sachlich bleiben usw. Also es gibt auch Grenzen und jetzt nicht jetzt, nicht hier, um dir zu sagen, was du zu machen hast, im Gegenteil. Aber ich will nur sagen, auch wir schauen auf solche Sachen. Und wenn jetzt zum Beispiel du sagen würdest ey, das läuft so klasse mit so einem Podcast, ich mache übermorgen eine Fernsehsendung, die stelle ich in YouTube, erzähle, interviewe, frage und dann wird es schon langsam eine Frage, wo man sagt: Ist das noch die Aufgabe? Geht es an die Grenze? Aber das ist Schnee vom nächsten Jahr.“

Milen Starke:

„Spannend. Das ist Schnee vom nächsten Jahr. Gut, wir gucken mal, ob es diese TV-Sendung irgendwann geben wird. Ja und dann sind wir eigentlich schon fast fast am Ende sehe ich gerade so ein bisschen den Blick in die in die Zukunft noch mal zu richten. Also wir haben jetzt über das Thema Verbot gesprochen, Social Media. Wir haben über das Thema Notwendigkeit, ich sag mal der Verantwortung, auch der Plattform gesprochen. Wir haben jetzt gesehen, was in Thüringen alles geht. Wenn du zwei Wünsche frei hättest in diesem ganzen Themenkomplex heute, was wären die?“

Jochen Fasco:

„Also erstmal, dass die Leute das merken und wirklich mit ihren Kindern das besprechen auch sich bewusst machen. Auch gerade mit Blick auf Demokratiegefährdung, wo man sehr schnell irgendwelchen Rattenfängern hinterher läuft. Dass also zu merken, wie dieses System funktioniert. Und das zweite ist, dass wir, als dass wir gemeinsam als Medienanstalten oder auch alle Akteure und Land weiter diesen Weg gehen. Da Thüringen sehr, sehr viel auf den Weg gebracht, schauen uns viele Länder mit großen Augen an, aber das ist der Anfang. Wir müssen da wirklich in die Fläche gehen, müssen die Kommunen und andere überzeugen. Und ich glaube, dann gelingt es uns in den nächsten Jahren viel stärker, dieses Bewusstsein, aber auch die Notwendigkeiten und übrigens auch die positiven Möglichkeiten, die mit dieser ganzen digitalen Welt KI usw aber gar nicht groß vertieft, aber noch stärker anzugehen. Und vielleicht dritter Wunsch hätte ich schon noch: in eurem Digitalbeirat, müsst ihr diese Thematik jedes Mal oder stärker zumindest mit reinbringen, weil am Schluss wollt ihr auch digitale Täter und diese ganzen Themen an die Menschen bringen. Und das ist auch eine Frage, wie man das macht, bis hin zur Frage auch, ob ethische Entwicklungen da auch eine Rolle spielen sollen. Wir wissen ja alle wollen wir in ein Auto gehen, das uns am Ende vielleicht auf einen zufährt. Und dann Wie funktioniert das? Also ethische Fragen hängen gerade auch bei der Frage der Digitalität sehr stark zusammen.“

Milen Starke:

„Ja, definitiv. Und vielleicht auch noch kurz die Erläuterung Du hast jetzt gerade den Digitalbeirat angesprochen, damit unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auch wissen, was das ist. Das ist ein Gremium, was unser Ministerium einberufen hat, ein interdisziplinäres Gremium von neunzehn Mitgliedern aus den verschiedensten Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, aber eben auch entsprechende Landesanstalten, die uns dabei beraten, wie wir unsere Digitalisierung tatsächlich umsetzen. Und danke auch nochmal für den Hinweis, dass wir da auch noch mal draufgucken. Und du hast vollkommen recht, wir sind gar nicht mal so tief in die eigentlichen Chancen reingegangen, weil die Zeit ist schon um. Es war so ein wunderschönes Thema und auch schön, dass wir uns genau auch mit befassen, weil ich finde, es ist differenziert. Es wird aber sehr oft plakativ diskutiert und das war uns auch noch mal wichtig, dass wir beide Seiten auch nochmal beleuchten. Wir werden jetzt hier nicht den großen Wurf machen können, aber uns war wichtig, einfach noch mal zu informieren, weil genau das sehen wir auch als als unsere unsere Aufgabe. Und in diesem Sinne. Lieber Jochen, vielen lieben Dank für das Gespräch und wir hören uns wieder zur nächsten Folge.“

Jochen Fasco:

„Danke Milen.“

Outro

Sprecher:

„Bits und Bratwurst. Der Podcast für dein Upgrade in Thüringen ist eine Kooperation des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur und der Digitalagentur Thüringen. Alle Folgen findest du auf den gängigen Streamingplattformen.“

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